Unsere Welt - Das Leben der Gehörlosen
Kommunikationsproblem in vielen Situationen und Dolmetschermangel
Als Gehörlose/r hat man immer wieder
Kommunikationsprobleme mit Hörenden.
Es gibt für Gehörlosen nur das Berufsbildungswerk
für die Ausbildung, wenn man trotzdem eine normale Berufsschule besucht und mit
Hörenden zusammen lernt, müsste man das Glück haben, dass ein Hörender Hilfe
anbietet, indem man von dem Hörender Mitschüler abschreiben kann was zur Zeit in
der Ausbildung gelernt wird, aber das ist mit viel Stress verbunden.
Als einzige/r Gehörlose/r unter vielen
Hörenden Kollegen auf Arbeit gibt es am Anfang immer Schwierigkeiten mit der
Kommunikation bis man einigermaßen miteinander kommunizieren kann, aber die
Probleme bleiben.
Bei Terminen bei der Bank wegen Darlehen
oder bei der Steuerberatung sollte man des Geldes wegen auch richtig informiert
werden, wenn man nicht übers Ohr gehauen werden will, da die Kommunikation
daneben laufen könnte.
Bei wichtigen Terminen, wie beim Anwalt
oder beim Arzt, ohne Dolmetscher ist es ein großes Problem wichtige Gespräche
auch 100%ig mit zubekommen.
Bei Notfalleinsätze der Rettungsdiensten
mit einem gehörlosen Unfallopfer kann ein Rettungssanitäter schlecht mit dem
Opfer kommunizieren und mitteilen was für medizinische Vorsorgungen eingeleitet
werden.
Es gibt so viele Situationen wo die
Kommunikation zwischen Hörgeschädigten und Hörenden happert! So können schnell
Missverständnisse aufkommen, die nicht beabsichtigt sind.
Daher ist es bei sehr wichtigen Terminen, wie beim Notar o.a., empfehlenswert einen Dolmetscher dabei zu haben um auch wirklich alle Informationen u.a. mit zubekommen, aber leider gibt es auch nicht viele Dolmetscher und oft muss man sehr lange auf ein Termin mit einem Dolmetscher warten. So müssen oft wichtige Termine beim Notar o.a. verschoben werden, da kein Dolmetscher anwesend sein konnte. Dies ist oft ärgerlich für den Hörgeschädigten sowie für die Hörenden, wenn die Verhandlung wegen Dolmetschermangel verschoben werden muss.
Manchmal hat man das Glück und man bekommt einen Dolmetscher, aber auch oft benutzen gehörlose Eltern ihre hörende Kinder als Dolmetscher, da sie immer verfügbar sind und zudem auch weniger kosten als ein anerkannter Dolmetscher. Trotzdem ist diese Methode nicht unbedingt empfehlenswert, da das Kind dadurch überbelastet ist, wenn es für die Eltern dolmetschen muss.
Dies zeigt der Film „Jenseits der Stille“ von Caroline Link ebenfalls anschaulich.
Der Grund warum es so wenig anerkannte Dolmetscher gibt, liegt auch daran, dass Gebärdensprachdolmetscher noch nicht als eigenständiger Beruf anerkannt ist. Die Dolmetscher arbeiten bisher freiberuflich. Ebenfalls gibt es noch sehr wenige speziell geschulte Dolmetscher wie für die Fachbereiche Medizin oder für Gerichtsverhandlungen.
Die Dolmetscher wünschen sich auch mehr
Dolmetscherkollegen, da sie mit vielen Terminen oft sehr überbelastet sind. Die
meisten Dolmetscher haben die Gebärdensprache von ihren gehörlosen Eltern
gelernt, oder hörende Eltern, deren Kinder gehörlos sind, sind Dank der Übung
die Gebärdensprache mit ihren Kindern anzuwenden Dolmetscher geworden, aber
auch ein kleiner Teil von ihnen haben Gebärdensprachkurse besucht und
Gebärdensprachdolmetscher studiert.
Und wer freiwillig die Gebärdensprache erlernen will um
mit Gehörlosen zu kommunizieren, kann einen Gebärdenkurs besuchen und in
vier bis sechs Semestern die Grundkenntnisse und Gebärdenzeichen lernen.
Anmelden zum Gebärdensprachkurs kann man sich in jedem
Bundesland. Informationen und Adressen gibt’s unter : Gebärdensprachkurs-Angebote
oder per E-Mail
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